Beispielrechnung

Nach einer Kündigung eines Arbeitsverhältnisses werden wir im Beispiel zunächst außergerichtlich tätig und führen dann einen Kündigungsschutzprozess in 1. Instanz. Dafür zahlt ein Arbeitnehmer, der 3000 € brutto monatlich verdient, im einfachsten Fall 1.948,09 € einschließlich MwSt.

Dies ergibt sich wie folgt:

Gegenstandswert: 3 × 3.000 € = 9.000 €. Für diesen Gegenstandswert beträgt eine einfache Gebühr (1,0) nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) 507 €. Es fallen nach dem Vergütungsverzeichnis (VV) an:

 

Außergerichtliche Tätigkeit

 

Gegenstandswert: 9.000,00 Euro

 

1,3 Geschäftsgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 2300 VV

659,10 Euro

Post- und Telekommunikationspauschale Nr. 7002 VV

20,00 Euro

 

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Zwischensumme

679,10 Euro

19 % MwSt. Nr. 7008 VV

129,03 Euro

 

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Summe außergerichtlich

808,13 Euro

 

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Gerichtliche Tätigkeit

 

Gegenstandswert: 9.000,00 Euro

 

1,3 Verfahrensgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 3100 VV

659,10 Euro

0,65 Anrechnung gem. Vorbemerkung 3 (4) VV

-329,55 Euro

1,2 Terminsgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 3104 VV

608,40 Euro

Post- und Telekommunikationsentgelte Nr. 7002 VV

20,00 Euro

 

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Zwischensumme

957,95 Euro

19 % MwSt. Nr. 7008 VV

182,01 Euro

 

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Summe gerichtlich

1.139,96 Euro

 

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zu zahlender Betrag

1.948,09 Euro

 

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Dieser einfachste Fall setzt voraus, dass nichts als ein Kündigungsschutzantrag gestellt ist, mit der 1. Instanz die Angelegenheit erledigt ist, keine Fahrtkosten angefallen sind und keine Zeugen zu bezahlen sind.

Leicht abgewandelt, kostet der Fall schon deutlich mehr, nämlich 3.354,26€ einschließlich MwSt.:

Der Arbeitnehmer verdient 3200 € brutto monatlich. Die Angelegenheit wird zwar auch in erster Instanz erledigt, jedoch nicht durch Urteil, sondern dadurch, dass wir einen Vergleich (eine gütliche Einigung) aushandeln. Die Einigung umfasst auch ein näher vereinbartes Arbeitszeugnis. Der Prozess wird vor einem auswärtigen Gericht geführt.

Der Gegenstandswert beträgt dann für den Prozessantrag 3 × 3.200 € = 9.600 €, für den Vergleich 4 × 3.200 € = 12.800 €. Die einfache Gebühr beträgt 558 € bzw. 604 €. Es fallen an:

 

Außergerichtliche Tätigkeit

 

Gegenstandswert: 9.600,00 Euro

 

1,3 Geschäftsgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 2300 VV

725,40 Euro

Post- und Telekommunikationspauschale Nr. 7002 VV

20,00 Euro

 

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Zwischensumme

745,40 Euro

19 % MwSt. Nr. 7008 VV

141,63 Euro

 

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Summe außergerichtlich

887,03 Euro

 

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Gerichtliche Tätigkeit

 

Gegenstandswert: 9.600,00 Euro/12.800,00 Euro

 

1,3 Verfahrensgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 3100 VV

725,40 Euro

0,8 Differenzverfahrensgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 3101 Nr. 2 VV

(Wert: 3.200,00 Euro)

 

201,60 Euro

Angleich gem. § 15 III RVG

-141,80 Euro

0,65 Anrechnung gem. Vorbemerkung 3 (4) VV

-362,70 Euro

1,2 Terminsgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 3104 VV (Wert: 12.800,00 Euro)

724,80 Euro

1,0 Einigungsgebühr §§ 2, 13 RVG, Nrn. 1003, 1000 VV

558,00 Euro

1,5 Einigungsgebühr §§ 2, 13 RVG, Nr. 1000 VV

(Wert: 3.200,00 Euro)

 

378,00 Euro

Angleich gem. § 15 III RVG

-30,00 Euro

Post- und Telekommunikationsentgelte Nr. 7002 VV

20,00 Euro

 

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Zwischensumme

2.073,30 Euro

19 % MwSt. Nr. 7008 VV

393,93 Euro

 

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Summe gerichtlich

2.467,23 Euro

 

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zu zahlender Betrag

3.354,26 Euro

 

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Das Beispiel ließe sich zu unzähligen Varianten abwandeln. Wichtig ist, dass es umso teurer wird, um je mehr es geht. Klagen wir also zusätzlich zum Beispiel noch ausstehendes Gehalt ein, kann sich die Rechnung beträchtlich erhöhen. Dies wollen wir hier nicht weiter darstellen. Auch gebührenrechtliche Sonderfälle wollen wir hier nicht behandeln. Es geht hier nur darum – ohne Ihren Fall zu kennen –, eine grobe Orientierung darüber geben, was Anwaltstätigkeit in typischen arbeitsrechtlichen Fällen kosten kann.

Sprechen Sie uns auch während des Mandats ruhig jederzeit auf die Kosten an; insbesondere, wenn sich die Angelegenheit ausgeweitet hat.